Das Gewand dort ist so schön
Kann mich nicht abwenden
Das Spiegelbild von mir im Glas
Ich sehe mich selbst darin
Als ich das Gewand erblickt
Wusst ich, es ist für mich gestrickt
Es scheint der einzige Sinn
Hängt nur auf Holz und hinter Glas
So schade, möchts entwenden
Es nur im Kunstlicht aufzubahren
Missfällt mir ehrlich sehr
drum kam bei Nacht ich wieder her
Zu öffnen die Vitrine
tonlos und ganz sanft
vom Gestell es zu bewegen
und mir selber anzulegen
Das alte Garn auf meiner Haut
Ist weich und dennoch nicht vertraut
Es hat Geschmeide eingewebt
Haben aufeinander hin gelebt
Es hat so lange überdauert
Schmiegt sich meinem Körper an
Freiwillig gebe ich`s nicht mehr her
Erfüllt mich so, bis dato leer
Ich bleib fortan in diesem Haus
Nenn mich Museumsstück
Sperrt mich in die Vitrine ein
Und stellt mich damit aus