Kategorie: Wort


  • Ich sitz mit meiner Gabel hier
    und schnabuliere Schnabeltier
    Der Tunfisch hat mir nichts getan
    und doch ist er als nächster dran
    Der Aal schwamm einst von weitem her
    geräuchert schmeckt er mir noch mehr
    Das Huhn sah niemals Sonnenlicht
    mich interessiert das Schlachtgewicht
    Der Lachs schwamm niemals frei im Meer
    in Reis gerollt, rollt er nun her
    Das Rind hat grad noch Milch gegeben
    gleich ist es schon nicht mehr am Leben
    Der Frosch trifft niemals seine Enkel
    ein Mensch lutscht dafür seine Schenkel
    Der Ochs riecht sicher manchmal fieß
    nun dreht er sich recht lang am Spieß
    Der Karpfen sah die Badewanne
    nach dem Kauf nicht all zu lange
    Dem Hecht gehts über Wasser schlecht
    drum liegt er in der Pfanne recht
    Die Köchin nimmt den Zander
    bei Tisch dann auseinander
    Es sind nicht alle Tier beisammen
    Doch mir ist der Appetit vergangen

  • Kopf so schwer 
    wie eine Welt
    Optimismus leer
    Alles fällt
    auf einmal schwer
    nichts das mehr gefällt
    Selbst die Sonne
    kann nichts ändern
    Nachts ist manchmal
    alles gut
    doch am Morgen
    Weltnachrichten
    Körper leer
    und doch voll Wut

  • Tourette


    Würd’st du die Augen dir verdrehen
    könnt’st du mich in dir sitzen sehen
    Ich warte hinter deiner Stirn allein
    und flüstere dir Gedanken ein
    Mal gut, mal schlecht
    Halt eben Sachen
    Die dir das Leben
    anders machen
    Denkst du, denn ich sage es dir
    Die Wahrheit behalte ich bei mir
    Denn was ich tue hat System
    Von außen ist’s nicht zu verstehen
    bleibst damit nur mein
    sollst anders sein
    und bleibst
    auf ewig
    ganz
    allein

  • Ich sehe die Welt
    auf Film gebrannt
    Ich starre auf
    die Wand gebannt
    Ich will reales
    Nicht mehr sehen
    Nie mehr von meinem
    Sitz aufstehen

  • Ich richte meine Augen aus
    und schaue in die Welt hinaus
    Sehe mir die Umgebung an
    zum sattsehen ist genug daran
    Ich schaue in der Nähe
    und schaue weit ins Land
    Ich schaue einfach alles
    und brauche keine Hand
    Will mit den Augen fühlen
    bevor ich weiter gehe
    ich sehe immer neues
    wo immer ich auch stehe
    Überall etwas zu schauen
    so viel neues zu verdauen
    Bis beide Augen müde
    die Lieder sind so matt
    Pupillen starren rüde
    die Augäpfel sind satt
    Ich schließe meine Augen
    die Träume setzen ein
    nun bin ich in Gedanken
    mit mir wieder allein

  • Heute ist der Tag schon weit
    fast benutzt ist alle Zeit
    Die Minuten sind verbraucht
    Körper kraftlos und geschlaucht
    und es rinnen die Sekunden
    denn die Nacht heilt alle Wunden
    Wenn die Augen aufgeschlagen
    ist der Körper aufgeladen

  • Heiße Stirn
    Keine Gedanken
    Träumend durch die
    Nächte wanken
    Rauer Hals, Stimme tut weh
    gut, dass ich verschwommen seh
    Notbremse vom Körper angelegt
    weil ich mich zu weit weg bewegt
    harre aus, rühre mich nicht
    naja fast, schreib ein Gedicht

  • Starr nach vorn blickt sie gebannt 
    zahlreiche Leben in der Hand
    mit Gefühl soll’s vorwärts gehen
    halt dich bloß fest, wenn wir nicht stehen

  • Reiße mir dir Hose auf
    Arm und Wange blutig
    Spring in die Freiheit, tief
    dafür war ich mutig

  • Als ich den Atem angehalten 
    und durch die Wellen abgetaucht
    War ob des Salzes mein Sehverhalten
    getrübt, ich habe gebraucht
    Bis ich den Meeresboden sah,
    der unter mir mein Ziel
    Auf ihn sind projiziert
    Licht-, Wellen-, Schattenspiel
    Dazwischen suchen Fische
    sich ihren Weg im Ozean
    Fisch schwimmt besser als ein Mensch,
    so glatt und mit Elan
    Und viel weiter drüber, ganz oben im blau
    Liegen die Schiffe stählern und grau
    Schwanken behutsam mit Ebbe und Flut
    Können nicht viel, doch das dafür gut
    Schwimmen verdrossen und teilen die Wellen
    Lassen die Kräfte der Flut an sich prellen
    Treiben und schaukeln, mal rauf und mal runter
    Trifft sie ein Eisberg, dann gehen sie unter