Kategorie: Wort


  • Als ich den Atem angehalten 
    und durch die Wellen abgetaucht
    War ob des Salzes mein Sehverhalten
    getrübt, ich habe gebraucht
    Bis ich den Meeresboden sah,
    der unter mir mein Ziel
    Auf ihn sind projiziert
    Licht-, Wellen-, Schattenspiel
    Dazwischen suchen Fische
    sich ihren Weg im Ozean
    Fisch schwimmt besser als ein Mensch,
    so glatt und mit Elan
    Und viel weiter drüber, ganz oben im blau
    Liegen die Schiffe stählern und grau
    Schwanken behutsam mit Ebbe und Flut
    Können nicht viel, doch das dafür gut
    Schwimmen verdrossen und teilen die Wellen
    Lassen die Kräfte der Flut an sich prellen
    Treiben und schaukeln, mal rauf und mal runter
    Trifft sie ein Eisberg, dann gehen sie unter

  • Komm wir gehen ins Freudenhaus 
    Denn mir geht die Freude aus
    Hab kein Spaß noch Lust und Sinn
    Wo ist alle Freude hin?
    Also los und mit Bedacht
    Dorthin wo die Freud gemacht
    Mit erschrecken stelle ich fest
    Freudenhaus ist Liebesnest
    Hier wird getauscht:
    Geld gegen Kuss
    vieles weiteres, Koitus
    Ach dann suche ich das Weite
    Fassbier in der Lieblingskneipe

  • Ich hole Luft und atme ein
    Atme für mich ganz allein
    Hyperventiliere
    Trinke und hydriere
    Falle traumlos in die Nacht
    bin schweißgebadet aufgewacht

  • Schlaflos und Schaflos
    Schweine gezählt
    Versaute Gedanken
    Rotwein gewählt

  • Ich will in dein Ohr
    Nur für ein paar Stunden
    Gehörgang und dein
    Trommelfell erkunden
    Hören was du hörst
    Und wenn schon dabei
    Ruhig etwas weiter
    Allein nur wir zwei
    Weiter im Kopf
    Dort in aller Stille
    Einen Blick werfen
    Durch deine Pupille

  • Sperrt mich hinter Glas!

    Das Gewand dort ist so schön 
    Kann mich nicht abwenden
    Das Spiegelbild von mir im Glas
    Ich sehe mich selbst darin
    Als ich das Gewand erblickt
    Wusst ich, es ist für mich gestrickt
    Es scheint der einzige Sinn

    Hängt nur auf Holz und hinter Glas
    So schade, möchts entwenden
    Es nur im Kunstlicht aufzubahren
    Missfällt mir ehrlich sehr
    drum kam bei Nacht ich wieder her
    Zu öffnen die Vitrine
    tonlos und ganz sanft
    vom Gestell es zu bewegen
    und mir selber anzulegen

    Das alte Garn auf meiner Haut
    Ist weich und dennoch nicht vertraut
    Es hat Geschmeide eingewebt
    Haben aufeinander hin gelebt
    Es hat so lange überdauert
    Schmiegt sich meinem Körper an
    Freiwillig gebe ich`s nicht mehr her
    Erfüllt mich so, bis dato leer
    Ich bleib fortan in diesem Haus
    Nenn mich Museumsstück
    Sperrt mich in die Vitrine ein
    Und stellt mich damit aus

  • Der Himmel schluchzt ich weine mit
    trauere um das Land
    Der Schmerz ist tief, Verzweiflung groß
    Wohin ist der Verstand
    Die Tränen fallen, tief und schwer
    Es wächst der salzige Rand
    Wo kommt nur all die Dummheit her
    Der vielen zugewandt
    Frag ich mich seit geraumer Zeit
    Der Rückschritt zieht voran
    Die Zukunft wieder weit

  • Ich bin nicht schön, Ich war’s einmal 
    Doch das vergangene ist egal
    Kann mich selber nicht ausstehen
    Mag in keinen Spiegel sehen
    Auf Wasserflächen schaue ich nicht
    Erscheint darin doch mein Gesicht
    Ich hab kein Foto auf der Welt
    Ein Abbild wurde nie erstellt
    Um wieder in die Welt zu passen
    Würd mich so gerne ändern lassen
    Das mich nichts ins Verderben reist
    Anderes Gesicht und gleicher Geist

  • Dort oben über allen Menschen 
    Auf Kirchturms spitzer Spitze
    Stelle ich mir vor, im Abendrot
    wie ich dort mit dir sitze
    Wir haben den Aufstieg arrangiert
    Ein Vesper mit dabei
    Nun sitzen wir, ausbalanciert
    Und sind einfach nur zwei
    Beine baumeln
    Die Köpfe sind frei
    Der Wind er hilft dabei
    Es ist und bleibt wie schon zuvor
    Wir sind einfach nur zwei

  • Ich atme ein und halte fest, 
    Den Atem tief in mir verwahrt
    Ich bleibe so, lasse nicht los
    Bis man mich aufgebahrt